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Samtgemeinde Jesteburg

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Auszug - Antrag auf Aufstellung eines Bebauungsplanes für den Bereich der "Kunststätte Bossard"  

Sitzung des Ausschusses für Bau und Planung der Gemeinde Jesteburg
TOP: Ö 7
Gremium: Bau- und Planungsausschuss Jesteburg Beschlussart: geändert beschlossen
Datum: Mi, 26.02.2020 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 19:00 - 22:07 Anlass: Sitzung
Raum: Heimathaus
Ort: Jesteburg
VO/GJ/011/20 Antrag auf Aufstellung eines Bebauungsplanes für den Bereich der "Kunststätte Bossard"
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Verfasser:1. K. Kirchner
2. T. Burmester
3. Der Gemeindedirektor
Federführend:Fachbereich II (Bürger + Bauen) Bearbeiter/-in: Kirchner, Kerstin

Frau Dr. Mayr erläutert das Vorhaben anhand einer Präsentation.

 

Herr Johann Bossard hat bereits 1911 das Grundstück in der Heide erworben. Bereits 1950 wurde die Kunststätte Bossard unter Denkmalschutz gestellt. 2012 erhielt die Kunststätte den Europa Nostra Preis.

 

Frau Dr. Mayr erläutert den Bau einer Kunsthalle auf einem Lageplan. Für diese Fläche des Gesamtgrundstückes gibt es in den Unterlagen zur Kunststätte keinen Hinweis auf eine dokumentationswürdige Nutzung. Es handelt sich um einen dreieckigen Baukörper. Wunsch der Kunststätte ist es, mehr Angebote für Bildung und Wissensvermittlung sowie mehr Ausstellungsfläche zur Verfügung zu haben.

 

Herr Frenzel als Architekt stellt das Bauvorhaben vor. Die Planungen werden in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz und dem Naturschutz erstellt. Das vorliegende erste Konzept ist in kurzer Zeit erstellt worden, um entsprechende Förderanträge zu stellen. Es wird in jedem Fall einen Architektenwettbewerb geben.

 

Der Vorentwurf sieht einen Baukörper aus Beton mit einer Holzverschalung vor. Der Bau würde in einen Hügel eingearbeitet werden.

 

Im Erdgeschoss soll es einen Shop, ein Café, eine Hausmeisterwohnung und aneinander gereihte Ausstellungsräume geben. Das Gebäude soll barrierefrei errichtet werden.  In das Obergeschoss gelangt man über eine Panoramatreppe.

 

Im Rahmen der Planung wird ein Verkehrsgutachten erstellt. Zur Anlegung erforderlicher Parkplatzflächen hat die Kunststätte die Möglichkeit ein Grundstück in der Nähe anzupachten. Ursprünglich waren 357 Parkplätze vorgesehen. In einem ersten Bauabschnitt sollen 1/3 der Parkplätze errichtet werden. Der auf dem Grundstück befindliche Wald ist an anderer Stelle auszugleichen.

 

Die Sitzung wird von 19:24 Uhr  bis 19:54 Uhr für eine Bürgerfragestunde unterbrochen.

 

Ein Bürger ist der Auffassung, dass die Künstler vor Ort um Zuschüsse kämpfen müssen und hier so viel Geld ausgegeben werden soll. Er befürchtet Kosten für einen Straßenausbau.

 

Es werden weitere Bedenken vorgebracht, insbesondere zu den Themen Größe des Ausstellungsgebäudes, Parkflächen auf einem Waldgrundstück und verkehrliche Anbindung.

 

Auf Nachfrage teilt Frau Kirchner mit, dass es sich bei einem möglichen Bebauungsplan um einen qualifizierten Bebauungsplan handelt.

 

Frau Ziegert merkt an, dass die Bürger sowie Träger öffentlicher Belange im Verfahren die Möglichkeit haben, formal ihre Anregungen und Bedenken vorzubringen.

 

Herr Burmester teilt mit, dass man sich in einer sehr frühen Phase befindet.

 

Herr Bürgermeister Heitmann spricht Frau Dr. Mayr den Dank der Gemeinde Jesteburg für ihre 10 jährige Tätigkeit und Ihren großen Einsatz  im Rahmen der Leitung der Kunststätte Bossard aus und überreicht einen Blumenstrauß.

 

Herr Glaeser ist der Auffassung, dass insbesondere durch die heutige Mediennutzung eine Auseinandersetzung mit dem Thema "Kunst" zu kurz kommt. Die Kunsthalle ist eine Chance für den Landkreis und die Gemeinde. Der Entwurf stellt ein aus ökologischer Sicht gutes Angebot dar.

Herr Glaeser spricht sich jedoch gegen einen Aufstellungsbeschluss zum jetzigen Zeitpunkt aus.

Seines Erachtens ist eine andere Lösung für die Parkplatzflächen zu suchen und man sollte sich Gedanken um eine vernünftige Verkehrsanbindung machen.

 

Herr Pansegrau stellt fest, dass die angedachte "Kunsthalle" ca. 2/3 der Fläche des neuen FAMILA Marktes ausmacht. Er hinterfragt, ob ein kleineres Gebäude evtl. ausreichend wäre.

 

Frau B. Witte weist darauf hin, dass in jedem Fall ein Architektenwettbewerb durchgeführt wird. Erst danach steht die genaue Größe des Vorhabens fest.

 

Frau Schiro spricht sich für die Empfehlung zu einem Aufstellungsbeschluss aus. Sie weist noch einmal auf  die Einzigartigkeit der Kunststätte Bossard als eines der wenigen erhaltenden impressionistischen Gesamtkunstwerke in Europa hin. Mit den unterschiedlichen Interessen zur Erweiterung der Kunststätte würde sich die Gemeinde in einem Bebauungsplanverfahren auseinandersetzen.

 

Frau Ziegert ergänzt, dass die Bürger und Träger öffentlicher Belange nur in einem geregelten Verfahren die Möglichkeit haben, ihre Bedenken vorzubringen. Im Rahmen des Planverfahrens werden zu den wesentlichen Punkten Gutachten erarbeitet. Das Verfahren ist gerichtlich nachprüfbar.

 

Herr Pansegrau gibt zu bedenken, dass auf die Gemeinde bzw. die Bürger Kosten für einen Straßenbau zukommen. Er regt einen Bürgerentscheid an.

 

Frau B. Witte merkt an, dass der Landkreis die Planungen zur Erweiterung der Kunststätte beendet, wenn heute nicht die Aufstellung eines Bebauungsplanes auf den Weg gebracht wird. Dieses wäre nahezu fahrlässig.

 

Herr Glaeser merkt an, dass der Ausschuss ja lediglich eine Empfehlung ausspricht und der Aufstellungsbeschluss letztendlich vom Verwaltungsausschuss  gefasst wird. 

 

 

Beschlussvorschlag:

Der Verwaltungsausschuss beschließt:

 

1. Die Einleitung eines Verfahrens zur Aufstellung eines Bebauungsplanes Nr. 3.07 „ Kunststäte Bossard" mit dem Ziel der Schaffung der planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Umsetzung des Gesamtkonzeptes „Bossard neu denken", insbesondere die Errichtung eines Ausstellungsgebäudes.

 

2. Mit der Kunststätte Bossard ist eine Planungsvereinbarung zur Übernahme sämtlicher durch die Planung entstehender Kosten inkl. der erforderlichen Gutachten abzuschließen.

 

3. Mit der Planung soll das Planungsbüro Mehring beauftragt werden.

 

4. Die Gemeinde stellt an die Samtgemeinde Jesteburg einen Antrag auf Flächennutzungsplanänderung für das Flurstück 72/6 und einer Teilfläche des Flurstückes 11/6 der Flur 3 der Gemarkung Lüllau 

 

 

Abstimmungsergebnis zu 1:

Ja: 3

Nein: 2

Enthaltung: 0

 

Abstimmungsergebnis zu 2:

Ja: 3

Nein: 1

Enthaltung: 1

 

Abstimmungsergebnis zu 3:

Ja  :3

Nein: 1

Enthaltung: 1

 

Abstimmungsergebnis zu 4:

Ja: 3

Nein: 2

Enthaltung : 0